Back to basics

Ich bin seit zehn Jahren Yogalehrerin und ich muss immer noch schmunzeln, wenn mir jemand sagt: „Oh, ich würde auch gerne Yoga machen, aber ich bin leider total unflexibel." Als wäre Flexibilität eine Voraussetzung dafür, überhaupt anfangen zu dürfen.

Dabei ist das eines der hartnäckigsten Missverständnisse, die sich rund um Yoga halten. Yoga hat im Grunde nichts mit Flexibilität zu tun, nichts mit dem perfekten Körper und nichts mit einer bestimmten Ästhetik. Es ist gleichzeitig viel simpler und viel tiefer als das, was wir hier im Westen oft daraus machen.

Was mich an Yoga seit zehn Jahren hält, ist nicht die Asana-Praxis allein – auch wenn ich sie liebe. Es ist das Gefühl danach. Dieses kurze Fenster, in dem der Kopf endlich zur Ruhe kommt und man einfach nur da ist. Geerdet. Bei sich. Und ich glaube, dass wir genau das gerade so dringend brauchen – keinen weiteren Optimierungsansatz, sondern einfach einen Moment der Stille. Einen Rahmen, der uns täglich daran erinnert, kurz innezuhalten.

Was ich nach all den Jahren immer mehr verstehe: Die körperliche Praxis – die Asanas – war ursprünglich nie das Ziel. Sie war die Vorbereitung. Eine Art, den Körper zu beruhigen, damit der Geist es auch kann. Das klingt vielleicht banal, aber wenn man das einmal wirklich gespürt hat, verändert es die Art, wie man auf die Matte geht. Es geht nicht darum, eine Pose zu performen. Es geht darum, anzukommen.

Ich unterrichte Yoga weil ich glaube, dass eine ganz einfache, regelmäßige Praxis mehr verändern kann als der aufwändigste Flow der Welt. Nicht weil sie magisch ist, sondern weil Kontinuität wirkt. Weil der Körper sich erinnert. Zehn Minuten jeden Tag haben oft mehr Wirkung als eine große Einheit einmal die Woche – und Yoga braucht keine große Bühne, um zu wirken.

Back to basics. Zurück zu dem was es immer war.